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Hausgemeinschaften im DRK-Altenzentrum

Wie in einer großen Familie

Große, helle Fenster, der Blick auf Bäume und frisches Grün, an mehreren Tischen Gruppen, die gemütlich miteinander plaudern. Es riecht nach frischem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Ein moderner, voll ausgestatteter Küchenbereich grenzt direkt an die Tischgruppen - wie eine großzügige Wohnküche. Alles wirkt offen und einladend. In den neuen Anbau des DRK-Altenzentrums Hitzacker sind bereits vor der offiziellen Eröffnung Ende September 25 Senioren eingezogen.

Fritz Walter Lange wohnt seit August im zweiten Stock des Neubaus. Momentan muss er im Rollstuhl sitzen, weil er nach einer Erkrankung körperlich noch sehr schwach ist. Er hält sich gern im Gemeinschaftsbereich auf, der zu einer Hausgemeinschaft mit 14 Personen gehört. Wenn er Besuch von seiner Tochter bekommt, trinken sie hier zusammen Kaffee und essen Kuchen. Einige Bewohnerinnen und Bewohner auf seiner Etage sind noch so agil, dass sie beim Kochen und Backen helfen. Auch andere gemeinsame Aktivitäten können hier stattfinden: Einige haben eine Skatrunde gegründet, manche arbeiten mit Ton oder stellen Keramiken her. Für Gedächtnistraining und Lesungen wird der Bereich ebenfalls genutzt. „Mein Vater fühlt sich sehr wohl. Wir sind froh, dass wir den Platz bekommen haben,” erklärt Gudrun Lange. Sie stellt die Tassen und Teller zusammen, trägt sie zur Küchenzeile und räumt alles in den Geschirrspüler. Gudrun Lange kennt sich schon gut aus, packt gern mit an und hilft. „Es ist wie in einer Familie”, meint sie und freut sich für ihren Vater. Im Anbau, der durch seine Architektur die Umsetzung des Hausgemeinschaftsprojektes ermöglicht, arbeiten zusätzlich zum Pflegepersonal Präsenzkräfte. Mindestens eine von ihnen unterstützt vormittags für sechs Stunden aktiv jeden Haushalt, eine andere sechs Stunden am Nachmittag. Sie bereitet mit den Senioren die Mahlzeiten vor, nimmt sich Zeit für ein persönliches Gespräch und organisiert den gesamten Haushalt. Zudem besitzt sie Kenntnisse über den Umgang mit Demenzkranken. Um eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, ist die Integration der Angehörigen in alltägliche Abläufe hochwillkommen.

Auch am Nachbartisch trinken, essen und plaudern die Bewohnerinnen und Bewohner mit Verwandten. Dann steht Minna Glamann auf: “Kommen Sie, ich zeige Ihnen mein Zimmer. Es ist hier gleich um die Ecke und dann rechter Hand.” Der kleinen, regen Person sieht man ihr Alter nicht an: 93. Obwohl sie noch sehr aktiv wirkt, allein wohnen kann sie nicht mehr. Auch sie hat heute Besuch von ihrer Tochter. “Endlich habe ich meine Mutter in der Nähe. Sie kommt nämlich aus Hamburg,” erklärt Gisela Sauer. Die 93-Jährige setzt sich in den bequemen, grünen Sessel vor die großen Fensterscheiben mit Aussicht auf den Garten. Einige Möbelstücke, die ihr viel bedeuten, hat sie mitgenommen, wie die mahagonifarbene Vitrine. Sie erzählt von ihrer Heimat und Jugend und zeigt auf das Foto über dem Bett: Eine junge, hübsche Frau auf dem Fahrrad. Vorn ein Kleinkind, auf dem Gepäckträger ein etwa vierjähriges Mädchen. Das gibt ihr das Gefühl, daheim zu sein. Neben den Gemeinschaftsaktivitäten haben alle Bewohner/-innen die Möglichkeit, sich in ihre Einzelzimmer zurückzuziehen, wenn sie Raum für ihre Privatsphäre brauchen.

Es wird rege auf dem Flur, Stühlerücken ist zu hören. Das restliche Geschirr wird zusammengeräumt. Susan Glühe, die Präsenzkraft, die im zweiten Stock gerade Dienst hat, hakt sich bei einer Bewohnerin unter und geht mit ihr Richtung Fahrstuhl. Zwei Stockwerke tiefer gibt es eine Musikveranstaltung. Walter Sommer kommt ein- bis zweimal im Monat mit seinem Akkordeon ins Altenzentrum Hitzacker und singt mit den Bewohner/-innen alte Volkslieder. Das gemeinsame Singen ist den meisten wichtig, auch denen, die nur noch zuhören können. Es weckt das Gemeinschaftsgefühl und alte Erinnerungen. Das ist gerade für Demenzkranke förderlich. Der Singkreis mit Akkordeonbegleitung findet im traditionellen Bereich des Altenzentrums statt. Auch der ist bei den alten Menschen nach wie vor beliebt mit seinen Winkeln und gemütlichen Sitzecken. “Nicht jeder möchte in Hausgemeinschaften wohnen”, meint Wilfrid Kleinhans, Leiter des Altenzentrums Hitzacker. “Deswegen bieten wir auch weiterhin im traditionellen Bereich unseres Hauses Zimmer an. So haben wir unterschiedliche Wohnformen in unserem Angebot, den individuellen Bedürfnissen und Charakteren der Pflegebedürftigen entsprechend.”***

Digitale Fotos (siehe Übersicht im Anhang) in druckfähiger Qualität senden wir Ihnen umgehend gerne zu: sebastian.wittig[at]drklvnds[dot]de

Kontakt DRK-Altenzentrum Hitzacker: Tel. 0 58 62 – 60 09

Auch andere Altenpflegeheime des DRK in Niedersachsen haben das Hausgemeinschaftskonzept umgesetzt:

  • DRK-Alten- und Pflegeheim „Haus am Dobrock“ in Cadenberge: Tel. 0 47 77 – 80 09-0
  • DRK-Seniorenstift Aerzen: Tel. 0 51 54 – 9 54 90
  • DRK-Begegnungs- und Betreuungszentrum „Haus am Steinberg“ in Hanstedt: Tel. 0 41 84 – 88 90
  • DRK-Seniorenwohnheim Steinbrecherstraße in Braunschweig: Tel. 05 31 – 31 39 13 -0 (bietet auch Hausgemeinschaften für demente Menschen an)

Für die Mitarbeiter/-innen der DRK-Altenpflegeheime in Niedersachsen bietet der Landesverband regelmäßig Fortbildungen zum Führen von Hausgemeinschaften an.

Kontakt: Brunhilde Brandes, Referentin für ambulante und stationäre Altenhilfe, Tel. 05 11 - 2 80 00-310, brunhilde.brandes@drklvnds.de